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Leo Maillet
1902 1918 –1923 1902 1925 1928 –1933 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 –1939 Es entstehen auch wichtige eigene Werke wie „Sauvage“, die einzige gerettete Kupferplatte aus dieser Zeit, da sie von Lacourière aufbewahrt wurde. 1936 1938 1939 1940 Es gelingt ihm die Flucht und er läßt sich bei Les Baux und St. Rémy de Provence nieder, wo er von Gelegenheitsarbeiten lebt und malt. 1942 1943 1944 Beginn der „Musikalisch – malerischen Periode“.
Fluchtwege Leo Maillets 1939-44
1945 –1950 1946 –1950 1949 1950 –1953 Weitere Ausstellungen in Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Paris, Winterthur, Mailand, Florenz und Turin. 1950 –1970
1956 1957 1964 –1970 Es entstehen großformatige Ölbilder, wie Rock ’n Roll“ und „Totentanz“, außerdem weiterhin Portraits, Landschaften und Blumenbilder. 1968 1970 - 1972 1986 1989 1990 ___________________________________________________________________________________________
1994 erscheint das Tagebuch "Leo Maillet, Bilder Skizzen und Notizen eines Frankfurter Malers" ____________________________________________________________ Historische Anmerkungen zur Situation Leo Maillets in Frankreich während des 2. Weltkrieges (Auszug aus dem "Tagebuch") Am 1. 9. 1939 erfolgte der Überfall Deutschlands auf Polen. Daraufhin erklärten England und Frankreich am 3. 9. 1939 Deutschland den Krieg, was zur Folge hatte, dass alle sich in Frankreich befindenden Deutschen und Österreicher – gleichgültig ob Flüchtling oder Sympathisant des Dritten Reiches – zu Feinden Frankreichs wurden. Am 5. September des Jahres wurde die Internierung aller Männer des Deutschen Reiches zwischen 17 und 50 Jahren angeordnet – alle anderen aus dem Reich stammenden Personen mussten sich bei den zuständigen Polizeibehörden zur Kontrolle ihrer Ausweise melden. Neun Tage später erfolgte die Internierung der Männer zwischen 50 und 65 Jahren. Ab dem 17. September 1939 internierte man auch diejenigen Frauen, die im Hinblick auf die nationale Sicherheit verdächtig erschienen.
Leo Maillets Internierung in der mittel-französischen Provinz deutet darauf hin, dass er als wenig verdächtig eingestuft wurde. (S. 46) Das Tagebuch fährt dann auf Seite 50 fort mit dem Bericht über den Abzug der Engländer. Leo Maillet überspringt hier einige wesentliche Punkte, die zum Verständnis ergänzt seien: Die Internierten hatten die Möglichkeit, sich zur Fremdenlegion zu melden – etwa 9000 verließen so die Internierungslager. Ab Dezember 1939 begannen aber auch Sichtungsgruppen, die Unverdächtigen aus den Lagern zu entlassen. Ab Februar 1940 konnten sich die verbliebenen Männer unter 40 Jahren (Dekret vom 13. 1. 1940) zu Prestatärgruppen melden. Dies waren Kontingente von Zivilpersonen, die einen paramilitärischen Hilfsdienst zu leisten hatten. Man schätzt ihre Zahl auf 5000. Einige dieser Kompanien wurden den britischen Truppen in Frankreich zugeordnet, die sie bei Befestigungsarbeiten einsetzten. Leo Maillet gehörte zur englischen Labour Companie in St. Nazaire, zu der er über Blois, Le Mans und Mulsan gelangte. Als Prestatär erhielt er französische Militärpapiere. Der im Tagebuch auf Seite 50 berichtete Truppenabzug der Briten fiel auf den Tag des deutschen Angriffs auf Frankreich. Die Einkesselung der noch verbliebenen britischen Verbände in Frankreich in Dünkirchen fand 14 Tage später am 24. 5. 1940 statt. Daher dürfte als Datum der 19. statt des 10. wahrscheinlicher sein. Am 22. 6. 1940 wurde der deutsch-französische Waffenstillstand geschlossen. Die verbliebene französische Regierung musste das nun von den Deutschen besetzte Bordeaux verlassen und ging nach Vichy. Für die deutschen Flüchtlinge veränderte sich die Situation wie folgt: Sie waren jetzt allein von den erneut einsetzenden Internierungsmaßnahmen im unbesetzten Frankreich betroffen, in das sich viele vor dem Anrücken der Deutschen geflüchtet hatten. Die Sympathisanten des Dritten Reiches hatte man freigelassen. Die Nazigegner waren nun entweder weiter als 5. Kolonne verdächtig oder waren Nachstellungen der französischen Nazisympathisanten und Antisemiten ausgesetzt, die sich zu einer verhängnisvollen Allianz mit den deutschen Besatzern zusammenschlossen. Als Feinde des Reiches mussten sie zudem die Auslieferung nach Deutschland, laut Artikel 19 des Waffenstillstands, fürchten.
Deutsche und französische Militär- und Polizeikräfte, einschließlich der Gestapo, kontrollierten die Internierungslager im unbesetzten Frankreich. Die deutschen Truppen besetzten die Atlantikküste und die Ausreise in die USA via Transit Spanien und Portugal wurde immer schwieriger. Leo Maillet flüchtete als Prestatär und wurde nach seiner Landung im unbesetzten Frankreich demobilisiert, erhielt aber keine weitere Unterstützung (siehe S. 51), da er vor dem Krieg seinen Wohnsitz im besetzten Frankreich gehabt hatte. Der Wert seiner französischen Militärpapiere hing sehr von der Einstellung der jeweiligen Behörden ab – ein schwankender und sehr gefährlicher Boden, wie S. 50 beweist.Ende August erließ Vichy die Anweisung, Deutsche zwischen 17 und 65 Jahren erneut zu internieren, und am 4. 10. 1940 ordnete ein Dekret die Internierung aller ausländischen Juden an. Somit war Leo Maillet doppelt bedroht: als Deutscher wider Willen und als Jude.Am 20. 1. 1942 wurde auf der Wannsee-Konferenz die europäische Endlösung der Judenfrage beschlossen. Die Vichy-Regierung hatte bereits im Herbst 1941 ihre vorübergehend großzügige Ausreisepolitik geändert, und im Januar 1942 befanden sich unter 14500 Internierten etwa 5000 Juden im direkten Zugriff Heydrichs und seiner Schergen, die man in deutschen und Vichy-Uniformen fand. Am 27. 3. 1942 begannen die Deportationen aus dem besetzten Frankreich, und ab Mitte Juli stand auch genügend Transportkapazität für Deportationen aus dem unbesetzten Frankreich zur Verfügung, die über das Lager Drancy im besetzten Frankreich vorwiegend mit Endziel Auschwitz das Land verließen. Die vollständige Besetzung Restfrankreichs durch die Deutschen ab dem 11. November 1942 erhöhte nochmals die Gefahr für alle Flüchtlinge und Juden, auch in den endlegendsten Verstecken aufgespürt zu werden. Leo Maillet profitierte nach seiner Flucht aus dem Deportationszug von den vielfältigen Strukturen des französischen Widerstandes und dem relativ dichten Netz der unterschiedlichen, vielfach konfessionellen Hilfsorganisationen, die sich am 20. 11. 1942 in Nîmes zu einem Hilfskomitee zusammenschlossen. Bei der Organisation CIMADE, die Leo Maillet aus Frankreich schleuste (S .68), handelt es sich um die Commission intermouvements auprès des évacués. Sie wurde Ende 1939 aus fünf protestantischen Jugendbewegungen gegründet, um den aus dem Elsaß und Südlothringen Evakuierten Beistand zu leisten. Seit dem Waffenstillstand wendete sie sich auch anderen Flüchtlingen zu. Zusammenstellung der Daten:
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